Schnelle Eingreiftruppe gegen die Taliban
Bundeswehr steht in Afghanistan vor gefährlichem Kampfeinsatz
 
von  Florian Oel

Auf die Bundeswehr kommt im Sommer in Afghanistan eine gefährliche Aufgabe zu: Auf Anforderung der NATO sollen deutsche Soldaten als Schnelle Eingreiftruppe Anschläge verhindern und kritische Situationen beruhigen. Ein Überblick über die sogenannte Quick Reaction Force (QRF).

Die Truppe

Bislang stellt Norwegen die QRF, jetzt wollen sich die Skandinaver mehr um den Aufbau Afghanistan kümmern und dafür ihre Wiederaufbauteams (PRT) verstärken. Die Bundeswehr schickt daher ab Juli nach eigenen Angaben ein Kernteam von rund 200 Soldaten nach Masar-i-Scharif. Damit liegt die Gesamtzahl der deutschen Soldaten in Afghanistan immer noch unter der Mandats-Obergrenze von 3500 Mann. Bei Bedarf kann die Truppe durch weitere Einheiten aufgestockt werden.

Die Aufgaben

Die QRF ist für den Regionalkommandeur der ISAF in Nordafghanistan, den die Bundeswehr stellt, frei verfügbar. Oberste Aufgabe ist Nothilfe für Truppen im gesamten Norden Afghanistans. Für die Bundeswehr heißt das: Selbstverteidigung gegen radikalislamische Taliban und andere Angreifer. Dazu können auch offensive Operationen gegen Aufständische gehören. Die Jagd auf Terroristen ist laut NATO aber “nicht eine der Hauptaufgaben der Einheit”. Dennoch erhält der deutsche Einsatz in Afghanistan eine neue Qualität. Denn Kern der Mission ist der Schutz vor Selbstmordanschlägen wie der im nordafghanischen Kundus am 19. Mai 2007, bei dem drei Bundeswehrsoldaten und fünf afghanische Zivilisten getötet wurden.

Erhöhte Gefährdung

Mit dem Kampfeinsatz steigt das Risiko für die deutschen Soldaten.
Laut dem norwegischen Chef der Schnellen Eingreiftruppe, Rune Solberg, muss sich die Bundeswehr auf mehr Opfer in Afghanistan einstellen. Die Norweger hatten seit Beginn ihres Einsatzes Anfang 2006 zwar keine Toten zu beklagen. Die Gefährdung hat sich in jüngster Zeit aber auch im Norden Afghanistans deutlich erhöht.


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