Vorbereitungen für den Einsatz – Planen

Reise

Bei der Planung von Anreise, Transfers und Ausstattung sollte die eigene Sicherheit stets im Vordergrund stehen. Flüge und Visa sollten so früh wie möglich besorgt werden.

  • Termin: Bei der Planung unbedingt nationale Feiertage vor Ort berücksichtigen. Sonst geht wertvolle Recherchezeit verloren, weil Behörden, Läden, Schulen etc. tagelang geschlossen sind.
  • Visum: Welche Visa sind für Einreise und mögliche Weiterreise in Drittländer notwendig? Wo beschafft man sie und welche Fristen gelten? Wie kann die Erteilung von Visa beschleunigt werden? Informationen von Reiseveranstaltern oder aus dem Internet am besten bei Pressestab der Botschaften der betreffenden Länder in Deutschland gegenchecken (Adressen unter www.dascorps.de)
  • Flug: Bei der Buchung berücksichtigen, dass sich der Zeitpunkt der Rückreise nicht hundertprozentig voraussagen lässt. Das Ticket sollte daher umbuchbar sein. Bei Missionen in Konfliktgebiete ist eine Mitreise mit der Bundeswehr oder der UNO oft sicherer.
  • Transfer: Reporter sollten vorher klären, wie sie vom Flughafen zu ihrer Unterkunft kommen. Unter Sicherheitsaspekten ist diese Strecke oft heikel, gerade wenn sie ad-hoc zurückgelegt werden muss.
  • Unterkunft: Am besten Empfehlungen von ortskundigen Kollegen oder NGOs einholen. Bei Reportagereisen in unwegsame Gegenden evt. einen Schlafsack mitnehmen.
  • Zahlungsmittel: Wer sich vorher vergewissert hat, welche Währung im Zielland gängig ist und ob dort Kreditkarten üblich sind, erspart sich viel Ärger. Müssen größere Mengen Bargeld mitgeführt werden, sollte vorher geklärt werden, wo sie sicher zwischengelagert werden können.(Hotelsafe? Bank? Büro?)
  • Versorgung: Bei Ortskundigen nachfragen, was vor Ort leicht erhältlich ist: Lebensmittel, Strom/Batterien, Schreibmaterial, Medikamente, Verbandszeug, usw.  Schwer Erhältliches eignet sich übrigens auch gut als Mitbringsel.
  • Schutzkleidung: Ist in Regionen, in denen bis vor kurzem Krieg geführt wurde, womöglich notwendig. Auch wenn der Transport von Helm und/oder Schutzweste beschwerlich ist, sollten sie im Zweifel mitgenommen werden, vor allem wenn Überlandfahrten geplant sind. 

Redaktion

Natürlich lassen sich Reportermissionen nicht in jedem Detail durchplanen. Doch bei aller erforderlichen Flexibilität: Die Eckdaten sollten vorher festgeklopft werden. Das betrifft die Erwartungen der Auftraggeber ebenso wie die Kommunikationswege zur Heimatredaktion.

  • Dauer: Wer normalerweise fest in eine Redaktion eingebunden ist, muss vorher klären was geschieht, wenn sich die Heimreise aus unvorhergesehenen Gründen verzögern sollte. Mehrere Tage Erholung sind nach einem Sondereinsatz unbedingt notwendig, selbst wenn man dadurch seinen Redaktionsdienst nicht zum vorgesehenen Termin wieder antreten kann.
  • Finanzen: In Abstimmung mit der Redaktionsleitung oder dem Auftraggeber muss ein Budget erstellt werden. Dafür muss ermittelt werden, wie die Preise vor Ort sind und mit welchen Fixkosten für Automiete, Fahrer, Dolmetscher und Unterkunft zu rechen ist.
  • Aufgabenprofil: Geklärt werden muss im Vorhinein, ob der/die Reporter/in in die tagesaktuelle Berichterstattung eingebunden sein oder eher längere Stücke recherchieren soll, die mit Zeitverzögerung veröffentlicht werden. Sonst entstehen rasch Missverständnisse, die beide Seiten unzufrieden zurücklassen.
  • Kommunikation: Krisenreporter brauchen einen festen Ansprechpartner in der Redaktion. Denn die Kommunikationswege sind in der Regel so aufwändig, dass nicht ständig zurückgerufen oder weiterverbunden werden kann. Bei diesem Ansprechpartner sollten auch Einsatzpläne, Krisenszenarien und Not-Telefonnummern hinterlegt werden. Eigentlich selbstverständlich: Der Ansprechpartner muss wissen, in welcher Zeitzone sich der Reporter aufhält.
  • Vorrecherche: Kontakt zu NGOs, Ministerien (AA, Verteidigung, BMZ) herstellen, Liste von Vor-Ort-Kontakten anlegen; Recherche zu bilateralen Beziehungen (u.a. www.auswaertiges-amt.de; www.dgap.org).
  • Empfehlungsschreiben mit offenem Empfänger („To Whom It May Concern”) von der Redaktionsleitung ausstellen lassen

Technik

Schlimmer geht es kaum: Ein Reporter hat unter schwierigen Bedingungen eine tolle Geschichte recherchiert und aufgeschrieben — und kann sie nicht an die Redaktion übermitteln, weil das Handy kein Netz bekommt oder kein Faxgerät in der Nähe ist. Auf die richtige technische Ausstattung sollten Reporter deshalb selbst unter Zeitdruck höchsten Wert legen.

  • Computer: Auf dem Laptop müssen die richtigen Parameter eingestellt sein, um Texte und/oder Fotos in die Heimatredaktion senden zu können. Außerdem mitnehmen: Adapter und Ersatzakku.
  • Handy: Vor Abreise klären, welches Netz im Einsatzgebiet funktioniert (D1? D2?). Je nachdem kann das eigene Gerät mitgenommen oder muss ein anderes geliehen werden. Außerdem feststellen, ob Roaming-Abkommen für Zielländer bestehen. Ist die Übertragung unsicher, sollten Reporter ein Satellitentelefon mitnehmen.
  • E-Mail: Für alle Fälle einen E-Mail-Account auf Internet-Basis einrichten

Vorsorge

Reportagereisen in Krisen- oder Katastrophengebiete sind auch bei umsichtigster Vorbereitung nie ganz risikofrei. Es ist daher wichtig, vorzusorgen — nicht nur um die Angehörigen zu beruhigen, sondern auch um selbst den Kopf frei zu haben und sich auf die Arbeit konzentrieren zu können.

  • Gesundheit: Je nach Einsatzgebiet beim Tropeninstitut erkundigen, welche Impfungen notwendig sind beziehungsweise empfohlen werden. Je früher dies geschieht, desto besser. Malaria-Prophylaxe muss zum Beispiel meist schon eine Woche vor Abreise eingenommen werden) [Link zu Impf-Tpps].  Besonders vor längeren Missionen empfiehlt es sich, sich noch einmal von noch einmal von Hausarzt und Zahnarzt durchchecken zu lassen und sich dabei auch mit Rezepten für notwendige Arzneien ausstatten zu lassen.
  • Versicherungsfragen: Bei der eigenen Krankenversicherung nachfragen, ob sich der Versicherungsschutz auch auf Dienstreisen in Krisengebiete erstreckt. Wenn nicht, muss eine spezielle Versicherung abgeschlossen werden. Geklärt werden muss auch, welcher Schutz bei Unfällen und Gewalt greift. Krisenreporter brauchen eine spezielle Lebensversicherung , die in der Regel vom Auftraggeber abgeschlossen werden muss.
  • Angehörige: Im Ungewissen zu sein, ist für Verwandte und Freunde oft das Schlimmste. Deshalb sollten Krisenreporter eine Person aus dem privaten Umfeld benennen und diese mit den entscheidenden Nummern ausstatten. Auf die Liste gehören der/die Verantwortliche in der Heimatredaktion, eine Kontaktperson im Einsatzgebiet sowie die deutsche Botschaft vor Ort.